In regelmäßigen Abständen finden bei uns Autor*innen-Lesungen statt. Im Anschluss an die Lesungen laden wir zum Verweilen ein: Bücher schmökern, Wein trinken. Wer selbst einmal bei uns lesen möchte, der sendet bitte eine E-Mail mit Leseprobe an lesung@morgenstern-berlin.de

Die nächsten Termine

 

 

———————————— AUGUST  ————————————

 

Freitag, 2. August um 19.30 Uhr

Sergej Gladkich liest aus seiner Übersetzung von
Wenedikt Jerofejews „Poem“ Die Reise nach Petuschki

 

Der Roman Die Reise nach Petuschki (den der Autor in Anlehnung an Gogols Tote Seelen ein Poem nannte), entstand 1969 „bei der Telefonkabelverlegung in Scheremetjewo“ im Moskauer Gebiet, wie es in der Schlussnotiz heisst. Zentraler Handlungsstrang ist die Zugfahrt des immer betrunkener werdenden dem Autor namensgleichen Alkoholikers und Ich-Erzählers Wenedikt („Wenja“) Jerofejew, der mit einem Vorortzug  vom Kursker Bahnhof zu seiner Geliebten in der kleinen Stadt Petuschki fährt. Illegal nach Israel geschmuggelt, erschien der Roman dort in der russischsprachigen Zeitschrift ANI, stark gekürzt und mit zahlreichen Fehlern. In der Sowjetunion kursierten schon bald zahlreiche maschinenschriftliche Abschriften. Heute gilt der Kultroman, das „Evangelium des russischen Alkoholikers“, als eins der populärsten Werke der russischen Untergrundliteratur. Wenedikt Jerofejew, geboren 1938, starb 1990 an Kehlkopfkrebs in Moskau. Sergej Gladkich liest Passagen aus seiner Übersetzung und berichtet von der nicht unproblematischen Entstehungsgeschichte derselben.

Sergej Gladkich, geboren 1952 am Wolga-Don-Kanal, aufgewachsen in Rostow-am-Don. 1970- 1975 Studium an der Hochschule für Fremdsprachen „Maurice Thorez“ in Moskau. 1976 Übersiedlung nach Berlin-Ost. Literarischer Übersetzer, Schauspieler, Bildender Künstler. Übersetzungen von u.a. Marina Zwetajewa, Boris Pasternak, Velemir Chlebnikow, Konstantin Stanislawskij, Wenedikt Jerofejew (sämtliche Texte im Lettre International), Alexej Schipenko, Michail Schischkin, Wladimir Sorokin, Olga Sedakowa etc. Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.


Freitag, 23. August um 19.30 Uhr

Cornelia Große liest aus dem Polit-Krimi
Nur ein Querschläger von Aksel Seul

Mit diesem – seinem ersten – Buch steigt Aksel Seul ein in Begebenheit um die und aus der Atomkraftgegner-Zeit. Er schildert mitreißend Situationen, die sich zu dieser Zeit ergaben, nahezu ergeben mussten. Da geht es zum einen um Anton, den besagter Querschläger um sein Leben betrog. Und es gibt Julia, für die er sich begeistern kann, aber – hätte es nicht ihr Kenianisches Tagebuch gegeben – …ein Politkrimi, der nicht davor zurückschreckt, brisanteste Themen zu behandeln! (Verleger Michael Fischer, dahlemer verlagsanstalt)

Es erinnert mich an die Tradition der klassischen Noir-Serie der Franzosen, tolle Sprache, hartes Thema, Melancholie und oft eine traurige Geschichte. Ist halt immer schwer zu klassifizieren, denn „eigentlich“ ist es kein Krimi. Doch das schmälert nicht meine Begeisterung für das Buch, es ist ein ganz großartiger Roman. Punkt!“ (Cornelia Hüppe (Krimibuchhandlung Miss Marple, Charlottenburg)

mehr zum Programm der dahlemer verlagsanstalt: www.da-ve.de

 


Freitag, 30. August um 19.30 Uhr

Klaus Sonnemann liest aus seinem Bilderbuch
Berlina Strichmeechn und Liebeslieda
Musikalische Begleitung: Collage Duo

Traktate zu Erbaung und Belehrung. Üba dit wat nich is aba sein soll – Das Ensemble präsentiert mittelalterliche Musik von Johannes Simon Hasprois, Jakob Senleches, Jacopo da Bologna, Gherardellus di Firenze und anstößige Verse im Berliner Jargon, dazu Bilder des Herrn Sonnemann, komisch-ironisch, philosophisch-politisch, sinnlich-sonnig und „unanjepasst“.

„Frauschaft der Sinnlichkeit statt Herrschaft der Sinnlosigkeit“.

Klaus Sonnemann: Flöte, Schalmei
Judy Kadar: Historische Harfe, Saitentrommel, Perkussion

www.collagefruehemusik.de